Neuer Covid-Typus auf St Croix!

Rund um St Croix hat sich eine mutierte Version des Covid Virus breit gemacht. Es verhält sich ganz anders als im Rest der Welt. Auf unbewohnten Inseln ruht es tagsüber – greift dafür umso agressiver nachts an. Weswegen man am Strand von solchen Inseln bedenkenlos dicht gedrängt zu Hunderten Party machen kann – aber nur bis zum Sonnenuntergang.

Dann muss man zwingend zurück in bewohntes Gebiet!

Uns trifft die Erkenntnis über diese Mutation völlig unvorbereitet.

Sonntag morgen gehen wir von Christiansted (St Croix) nach Buck Islands (nicht zu verwechseln mit dem namensgleichen Buck Islands auf St Thomas aus dem vorhergehendem Beitrag). Es liegt nur ein Monohull vor dem schönen Strand. Wunderbar!

Wir gehen erstmals ums Eck zum Schnorcheln. Hier das Video dazu:

Die Coast Guard fährt vorbei und guckt sich in Ruhe jedes Schiff von aussen an. Ich frage ob´s ein Problem bei uns gibt. Mir wird nur freundlich zu dem schönen Schiff gratuliert. Es sei alles in bester Ordnung.

Der Mittag kommt – und immer mehr Ausflugsboote landen an. Vollgestopft mit ausgelassen feiernden jungen Menschen. Jedes Boot versucht mit seiner Musikbox die anderen zu übertönen. Es wummert und dröhnt wie schon lange nicht mehr gehört. Die Insel ist bald nicht mehr wieder zu erkennen – sie ist, wie wir später erfahren, DAS Ziel für Tagesausflüge am Sonntag.

Buck Islands (St Croix) am Sonntag nachmittag
Buck Islands (St Croix) am Sonntag nachmittag

Am Nachmittag patroullieren auch die Park Ranger.

Ein paar Stunden sind sie hier, ermahnen zu schnell fahrende Boote, begeben sich aber auch mal auf eines der Partyboote. Man kennt sich. Zwischendrin patroullieren sie immer wieder, fahren auch mehrmals an uns vorbei und grüssen freundlich. Wir freuen uns auf den Abend, wenn endlich Ruhe einkehrt. Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang beginnt sich die Feiergemeinde auch aufzulösen. Und die mit der lautesten Jukebox gehen als Erstes. Ruhe, endlich!

Zum Schluss liegen nur noch ein Monohull, 2 weitere Kats und INVIA. Und – das Rangerboot. Die Sonne geht unter, es wird dunkel. Da steuert das Rangerboot jeden von uns an und erklärt: Wir dürfen nicht über Nacht bleiben. Was sonst erlaubt ist, sei nun temporär widerrufen.

Warum?

Aus Schutz vor dem Corona-Virus! Wir müssen zu einem anderen Ankerplatz, bei St Croix, der bewohnten Insel.

Hätte uns auch vorher jemand sagen können, dass hier eine ganz spezielle Art des Covid Virus die Runde macht. Sozusagen ein nachtaktiver Virus, der nicht-partymachende Segler bei Einbruch der Dunkelheit anfällt. Was für eine hinterhältige, fiese Mutation!! Immerhin scheint diese Mutation noch nicht auf die bewohnte Insel St Croix übergegriffen zu haben. Anders lässt sich nicht erklären, dass alle Buchten auf der (bewohnten) Insel St Croix sicher sind – dort dürfen wir über Nacht bleiben.

Wir und alle anderen, die noch hier liegen, sind fassungslos. Die Lage ist, gelinde gesagt, besch… Es ist bereits dunkel.

Im Dunkeln durchs Riff

Alle Ankerplätze in der näheren Umgebung vor der Insel St Croix sind umgeben von Riffen.

Die Einfahrten sind eng, grösstenteils unbetonnt oder zumindest nicht mit beleuchteten Tonnen versehen. Einer der anderen Kats will in den Ankerplatz vor dem St Croix Yacht Club. Die Einfahrt geht durch einen 2nm langen Kanal zwischen Riff und Felsenküste, ist unbetonnt und unbeleuchtet. Ich überlege, ob ich ihm einfach hinterher fahre. Aber der Skipper war selbst noch nie da.

Die Einfahrt zur Ankerbucht (Tague Bay) vor dem St Croix Y.C. auf der Seekarte. Grün: Die Korallenriffe, gelb: Land
Wenn man die Einfahrt zum St Croix Yachtclub mal bei Tageslicht gemacht und die Situation kennengelernt hat – ist es wirklich einfach. Im Hintergrund Buck Islands. Dazwischen, wo die Wellen sich brechen, das Riff.

Das ist mir zu riskant. Die Gefahr, bei Dunkelheit auf ein Riff aufzulaufen, erscheint mir beim Blick auf die Seekarte zu groß. Ich entscheide mich, zurück nach Christiansted zu gehen. Auch die dortige Einfahrt ist nicht ohne. Mehrmals muss man kräftige Kurskorrekturen vornehmen, um eine Untiefe oder ein Riff zu umrunden. Aber: Wir waren schon 1x dort, wir kennen die Lage. Und vor allem: Die Einfahrt hat beleuchtete Tonnen. Zudem habe ich einen Track, dem ich folgen kann.

Die Einfahrt nach Christansted ist gut betont. Die meisten Tonnen sind befeuert. Dumm nur: An allen möglichen Ankerplätzen links und rechts der Fahrinnen gibt es unzählige Mooring-Bojen.

Dennoch ist es nicht ohne. Am Ankerplatz gilt es, diverse private Mooring Bojen zu umschiffen. Die teilweise nur eine durchsichtige Plastikflasche als Schwimmer haben. Für die Nichtsegler: Die Bojen selbst sind kein Problem. Wohl aber die Leinen, die daran befestigt sind: So eine Leine im Propeller gefangen, und man hängt erstmal fest! So ein Propeller ist nicht „scharf“ genug, eine Leine zu zerschneiden. Meist legt sich so eine Leine dann um den Propeller, blockiert ihn und würgt den Motor ab. Wobei mir unser Rope Stripper in solchen Fällen bisher gute Dienste geleistet und die Leine kurz & klein gehäckselt hatte. Nur verlassen will ich mich Nachts drauf nicht.

An dieser Stelle nochmals Danke an unseren Schweizer Freund Michael für die superstarke Lampe, die er uns geschenkt hatte! Einmal mehr erweist sich dieses tolle Teil als nützlich.

Wir schrecken mit dem starken Lichtstrahl die Crew der 2 Schweizer Schiffe VAIREA und LAYA auf, als wir uns im Dunkeln zu unserem alten Ankerplatz zurücktasten. Der ist, Gott sei Dank, noch frei und so fällt an genau derselben Stelle wie am Vortag der Anker. Uff – geschafft!

Am Montag gehen wir zurück nach Buck Islands. So siehts dann Montag nachmittags aus:

Buck Islands am Montag
Buck Islands am Montag
Buck Islands am Montag

3 Antworten auf „Neuer Covid-Typus auf St Croix!“

  1. Ich vermute, es sind die grossen Boomboxen, die voll aufgedreht die Viren verwirren. Sobald die Musik verstummt, dauert es nicht lange (das Gehirn der kleinen Viecher ist klein und deshalb schnell wieder entwirrt), und die Covid Dinger finden wieder zur alten Gefährlichkeit. Also: unbedingt eine grosse Boom Box ausstellen und volle Pulle! Wirkt aber leider nicht gegen Ranger 🤣

    1. Köbi, das ist vielleicht die Lösung!! Ich sags ja immer, die Schweizer habens drauf. Ob die Viren auch vom Gehäul einer Wölfin verwirrt werden?

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