Kein Generator – dafür 2 Wochen partieller „digital detox“

Familiensegeln steht bevor. Zum allerersten Mal kommt auch unsere Tochter mit, die INVIA bisher noch gar nicht gesehen hat.: Immer dann wenn wir mit der INVIA unterwegs waren, hatte sie an der ETH irgendwelche Arbeiten oder Prüfungen zu machen. Nun aber kommt sie mit – wenn auch nur für ein paar Tage bevor sie alleine den Zug zurück nimmt.

Ich bin gestern mit dem Zug voraus gefahren, will mich unter anderem um den Generator kümmern. Dessen Wärmetauscher ist noch immer nicht von den Resten zweier Impeller gereinigt, die sich aufgelöst hatten.  Ganz zu schweigen von der nach wie vor geheimnisvollen Ursache, die 2 Impeller in nichtmal 70h Laufzeit defekt gehen ließ. Outremer behauptet nämlich steif und fest (aus der Ferne) alles richtig montiert zu haben und hält es für Zufall.

Die Idee ist, die Anschlüsse des Wärmetauschers zu lösen und mit dem Gartenschlauch uns Frischwasser rückwärts die Gummiteilchen rauszuspülen.

Aber ich gebe schnell entnervt auf. Man kommt einfach nicht an den Wärmetauscher ran, der Generator ist derart knapp an die Carbon-Schottwand zum Saloon hin montiert, man hat keine Chance die hintere Lärmschutzhaube zu entfernen. Dabei wäre Platz genug vorhanden – man müsste einfach die Starterbatterie anders montieren. Wozu es ebenfalls genug Platz gibt. Aargh, Outremer, was habt ihr Euch dabei nur gedacht? Ja ich weiß der Generator war eine last-minute Entscheidung von mir. Aber deswegen kann man ihn doch trotzdem vernünftig montieren!

So geht´s nicht. Nein, so geht’s wirklich nicht! INVIA muss in die Werft nach La Grande Motte bevor wir Richtung Gibraltar gehen; der gesamte Generator muss weiter vorne montiert werden.

Gefrustet fahre ich mit dem Dinghy durch den Hafen um mir ein Eis zu gönnen. Mit dem Dinghy denn ich bin es leid immer 15 min aussen rum zu laufen – und denselben Weg 15 min zurück. Das klappt prima: Kopf einziehen, unter der INVIA zwischen den beiden Rümpfen durch und los geht’s!

Beim Aussteigen versenke ich mein Handy.

Sch… Tag! Aber abends kommt die Familie. Bis dahin beschäftige ich mich mit zahlreichen anderen Arbeiten. Unter anderem findet die capitana, sie hat zu wenig Kleiderhaken (bzw. sie behauptet, ich würde zu viele belegen). Also wird nochmal ein halbes Dutzend Doppelhaken angebracht. Der Gang sieht jetzt aus wie der Umkleideraum einer Turnhalle – aber Haken gibt’s jetzt definitiv genug!

Foto: Ähm, ja, also: Ich habe kein Handy mehr und weil ich sonst keine Kamera mit habe gibts heute nur Text.