Im Devil´s Backbone

Eng sieht das aus auf den Charts. Und eng ist es auch:

Um mit dem Schiff von Spanish Wells nach Harbour Island und Dunmore Town zu kommen, muss man durch einen mit Riffen verseuchten engen Kanal. Zumindest wenn man etwas mehr Tiefgang hat. INVIA könnte auch außen herum gehen und dann durch einen Cut, den Harbour Mouth. Den hatten wir uns zuvor schonmal mit dem Mietwagen angesehen: Hat wie immer ausserhalb des Hoch- und Niedrigwasserstands ordentlich Tidenstrom. Anschließend ginge es durch eine Flachwasserzone. Wäre alles locker machbar für INVIAs Tiefgang; wir müssten lediglich die Durchfahrt durch den Harbour Mouth passend timen um keinen Gegenstrom zu haben.

Die komplette Strecke durchs Riff und unser Track

Aber es reizt uns, durch das berühmte Devil´s Backbone, durch des „Teufels Rückgrad“ zu gehen. Gefährlich sei die Passage für Unkundige, weswegen man unbedingt einen Lotsen nehmen soll. Und gefährlich eng sieht es stellenweise auch auf der Karte aus. „Bandit“ wird in einschlägigen Seglerforen als der Lotse schlechthin genannt. Er hat aber an dem Tag keine Zeit und ausserdem ist er wohl schon deutlich über 70, überlässt dieses Geschäft immer mehr den Jüngeren. Am Ende landen wir bei Bruno Underwood. Bruno ist in Spanish Wells aufgewachsen, seine Familie ist in xter Generation hier. Er geleitet am Vormittag ein Schiff aus der umgekehrten Richtung durchs Riff und will gegen 12:30 bei uns sein. Am Ende wurde es dann 14:00 Uhr – auch kein Problem. Im Gegenteil, bis dahin hat der Wind etwas nachgelassen und die Sicht wurde besser. Bruno kündigte die Verspätung per WhatsApp an, es gab wohl ein Motorenproblem beim anderen Schiff. Oder schlichtweg was anderes, es war ne Megyacht und wir wissen zu gut, wie herschaftlich sich manche Eigner benehmen.

Bruno weist mir den Weg. Absolut professionell.
Ein Monoholl hat ihn mit engagiert, er folgt uns exakt im Kielwasser. War zwar nicht besprochen, wir bekommen auch keinen Discount auf unsere Gebühr von 130$, Bruno nimmt wohl zusätzlich einen Obulus von ihm. Sei ihm von Herzen gegönnt – wir geniessen es von ihm sicher geleitet zu werden.
Blick auf Gun Point in Eleuthera. Die Fahrt durchs Riff beginnt kurz dahinter.
Einheimische Motorboote überholen uns. Wir haben 15kn Wind auf die Nase, etwas Gegenstrom – und Bruno´s Boot im Schlepptau. Mit beiden Motoren bei 2.000 rpm machen wir etwa 4.5 – 5kn über Grund.
Bruno hat sein eigenes Boot, mit dem er nach der Passage zurückfährt, hinten dran gebunden. In unserem Kielwasser der Monohull.

Braucht man wirklich einen Lotsen?

Im Rückblick gesagt: Nein. Zumindest nicht wenn man sein Schiff kennt, konzentriert steuert, gelernt hat die Wasserfarben zu lesen und, so wie wir an diesem Tag, gutes Licht hat. Ich konnte jedes Riff, jeden Korallenkopf weit im Voraus erkennen. Ich hatte die Sonne leicht im Rücken. Die Explorercharts passen. Wenn man genau schaut erkennt man auf dem ersten Screenshot (das 1. Bild oben) unseres Tracks, dass ich recht nah an einem Riff vorbei gefahren bin. Unsere Route führte von West nach Ost, also auf der Karte von Links nach Rechts. Dennoch hatte ich genug Abstand, konnte die Riffkante klar erkennen und fühlte mich nie unsicher.

Zurück gehen wir entweder aussen herum durch den Harbour Mouth. Oder wieder durch den devil´s backbone. Dann ohne Lotse aber in jedem Fall nur bei guter Sicht.

Spanish Wells & Harbour Island

Dazu machen wir dann einen eigenen BLOG Beitrag.

Bildergalerie

5 Antworten auf „Im Devil´s Backbone“

    1. You can easily do Devils Backbone with your draft. Tons of megayachts are doing it, water is more than 10 ft – it’s just narrow and sometimes scaringly close to the reefs

        1. Oh yeah, the Bahamas charts are all in meters. Despite their speed limits on the road are in miles per hour as well as the distance which is given in miles. A bit weird but I’m used to both systems now.

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