Eleuthera

Eleuthera – diese 180km lange und an manchen Stellen nur ein paar Meter breite Insel – hatten wir bisher nicht besucht. Das ändern wir nun und segeln von Black Point mit Halbwind im 1. Reff hinüber.

Erster Stopp ist Rock Sound Harbour, wo unser Anker sich sofort in den etwas fluffigen, aber dennoch gut haltenden, Sand eingräbt.

Wiedersehen mit der Crew der VAIREA im Frigates, Rock Sound Harbour
Mit dem Mietwagen zum Eleuthera Island Farm Markt. Frischer, lokal angebauter Salat, frische Tomaten & Gemüse – nicht nur die capitania schwelgt

Mit dem Mietwagen durch den südlicheren Teil von Eleuthera. Die Insel ist groß, an einem Tag alles zu machen geht gar nicht.
Als sich die Nordfront nähert und wir unterwegs in der Inselmitte die ersten schweren Schauer erleben, düsen wir mit dem Wagen zurück in den Süden nach Rock Sound, geben den Mietwagen  ab und verlegen uns mit INVIA in die Nord-Ecke der großen Bucht. Am Ende war es harmlos, das Bild sieht bedrohlicher aus, als das Wetter in der Realität dann wurde.
Sieht man hier in Eleuthera so oft wie in der Karibik: Den „Englishman-Tree“
Von Rock Sound Harbour aus zu Fuss erreichbar und absolut sehenswert!
Das Boiling Hole am Eingang zu den Cathedral Caves ist eines der zahlreichen Blue Holes auf den Bahamas. Schön, aber für uns nicht mehr so spektakulär. Nur in der Bildergalerie aufgeführt habe ich das „Ocean Hole“ direkt im Ortszentrum. Wir haben einfach schon so viele dieser teils über 100m tiefen kreisrunden Löcher im Karstgestein gesehen. Man stumpft ab.
Mich faszinieren vor allem die Wurzeln des fig trees, der oberhalb der Höhle wächst. Die Wurzeln schaffen es, sich durch den kleinsten Spalt zu zwängen und dann nach unten weiter zu wachsen.

Am Eingang zur Höhle ist die Wand übersät mit Spinnweben, in einigen hängen braune Spinnenleichen. Die Capitania stellt nach unserem Besuch dank Internetrecherche fest, das seien wohl Weben der giftigen brown recluse Spinne.
Nach ein paar Tagen segeln wir weiter und legen uns in Süd Palmetto vor Anker. Es steht noch etwas Schwell vom Westen rein, aber nicht dramatisch. Die schöne Bucht ist es wert, den Schwell hinzunehmen.
Das Dock von S. Palmetto ist völlig zerstört, wir beachen unser Dinghy
Liebevoll bemaltes Schild am Friedhof
Von Süd-Palmetto können wir zu Fuss nochmals den Island Farm Market besuchen und frisches Gemüse und 2 Stück Kopfsalat ergattern
Am nächsten Morgen gehen wir weiter nach Governors Harbour und ankern für ein paar Stunden in der südlichen Bucht.
Selbst beim Dinghy beachen muss man in Governors Harbour die Tide beachten. In beiden Ankerbuchten ist das Wasser vor dem Strand sehr flach.
Die grosse Bucht von Governors Harbour. Soll angeblich schlechten Ankergrund haben. Wir testen es gar nicht, die kleine Bucht im Süden ist nett. Wir ankern nur für ein paar Stunden, besuchen die Wäscherei, um unsere Waschmaschine und den Wassermacher zu entlasten, und gehen am Nachmittag weiter. Zum Übernachten ist es uns dank naher Straße zu wenig idyllisch.
Küstennah geht es bis in die Alabaster Bucht, vorbei an zahlreichen Höhlen und Einschnitten.
Die US Navy betrieb an der Windwardseite gegenüber vom Alabaster Beach zwischen 1950 und 1970 eine Station zum Aufspüren sowjetischer U-Boote („US Navy Experimental Facility“). Zeitweise wohnten und arbeiteten hier 150 Personen. Über 10 Jahre wurden die Gebäude teilweise noch anderweitig genutzt, bevor seit 1980 alles verfällt, wie so vieles in den Bahamas.
Schön ist der sehr lange und etwas pinkfarbene Strand auf der dem Alabaster Beach gegenüberliegenden Inselseite. Zugang z.B. über das alte Navy-Gelände. Koordinaten habe ich auf Noforeignland.com verlinkt!

Am Ende des Strands: Bar & Restaurant „The Deck“
Der Besitzer der Bar dekoriert ganz offenbar gerne mit Strandgut. Und ist bei unserem Besuch sichtlich schlecht gelaunt.
Es ist etwas stärkerer Wind angekündigt. Nicht dramatisch, so um die 20kn – aber aus SüdOst. Deswegen gehen wir weiter und legen uns in die Hatchet Bay. Den „sichersten Hafen des Landes“, wie ein Plakat an Land meint. Auf jeden Fall ist die Bucht rundum geschützt!
Auch Ende März sehen wir an vielen Orten, so wie hier, noch Weihnachtsdeko
So sieht die Einfahrt aus, wenn man sich von draußen nähert
Hier erkennt man schon etwas mehr. Und aus der Luft ist natürlich alles klar erkennbar:
Es handelt sich um einen ehemaligen Salzsee, von dem es so viele hier gibt. Anders als die meisten hat er eine ausreichende Tiefe, stellenweise bis zu 9m. Man hat künstlich eine Schneise in den Fels gefräst, so dass auch grössere Schiffe passieren können.
Wir nehmen uns wieder einen Mietwagen, um auch die nördliche Hälfte von Eluthera zu besuchen. Der Boden ist erstaunlich fruchtbar und wir sehen auch etliche Farmen. Sogar Kühe auf einer Weide fanden wir! Insgesamt aber sind wir beide erstaunt und enttäuscht, wie wenig wirklich bewirtschaftet wird. Man könnte hier so viel mehr anbauen, aber stattdessen wird das meiste importiert und via Nassau auf die Inseln verteilt. Ich verstehe es nicht!
Die Ananas-Plantage hätten wir gerne besucht, ging aber an dem Tag nicht.
Die Glasfenster-Brücke. Auf der einen Seite der raue Atlantik, auf der anderen Seite die geschützte flache Bucht von Eleuthera. Früher verband ein natürlicher Felsbogen beide Seiten. Nachdem dieser von einem Hurrikan zerstört wurde, baute man eine Brücke. Sie ist sehr exponiert und Reste von früheren Brückenkonstruktionen im Meer zeugen davon, wie Stürme am Konstrukt nagen.
Das Saphire Blue Hole ganz im Norden von Eluthera. Es verlockt zum Hineinspringen, aber ich habe Bedenken wieder heil raus zu kommen. Zwar haben Segler eine dicke Schot mit Knoten vom oberen Rand ins Wasser gelassen. Aber ob ich fit genug zum Hochklettern daran bin? Ich lasse es lieber.
Mit dem Sammeltaxi-Boot setzen wir über nach Harbour Island und besuchen Dunmore Town. Das Taxi kostet 5 Dollar pro Person. Auf den beiden Fahrten gibt es jeweils „wet seats“. Während auf der Hinfahrt die im Heck Sitzenden nass werden, gischtet es bei der Rückfahrt durch eines der Seitenfenster vom Plastikschutz. Die Taxen sind gut belegt. Etliche Bewohner von Eleuthera arbeiten auf Harbour Island und nutzen die Taxen auf dem Weg zur Arbeit und zurück.
Golf-Karts sind das Hauptverkehrsmittel in Dunmore Town.
Begegnungsverkehr. Truck und Golf Kart teilen sich die Straße. Der Truck wurde etwas später von zwei Golf Karts überholt. Wahrscheinlich saß es sich in den Auspuffgasen hinter dem Truck nicht besonders.
Heute ist Dunmore Town ein Ferienort mit überwiegend weißer Bevölkerung. Gebäude im Neuengland-Stil zeugen von Zeiten, als Dunmore Town der Hauptort der Bahamas war. 1786 wurde der frühere Gouverneur von Virginia, Lord Dunmore, zum Gouverneur von Dunmore Town bestimmt und der Ort später nach ihm benannt. Der Ort prosperierte mit Zitrus-, Ananas- und Tomatenanbau sowie Schiffsbau. Seit 1920 gibt es Tourismus auf der Insel.
Bar, für einmal nicht so hergerichtet wie die vielen pastell farbenen Gebäude
Auch das gibt es in Dunmore Town, Wohngebäude abseits der touristischen Viertel
Blick des Captains auf die Ankermöglichkeiten bei Dunmore Town. Bei passendem Wind wollen wir den Ort noch mit INVIA besuchen.

Bildergalerie:

Eine Antwort auf „Eleuthera“

  1. Ciao Invia Crew, endlich können wir wieder mal Reiseberichte von euch lesen. Farbenfroh und sonnig und sehr informativ sind eure Bilder. Und die Unternehmungslust scheint euch nicht abhanden gekommen zu sein. Sehr gut! Geniesst das Seglerleben!! Liebe Grüsse aus Franz.-Polynesien. Pia und Köbi / SY Lupina

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