Grenada/Tyrell Bay: Abgezockt beim Ausklarieren

Passierte mir am 24. April in der Tyrell Bay / Carriacou (Grenada). Ist also schon ein Weilchen her. Wie gesagt – die Hitze hier macht träge und irgendwie darf man ja auch mal faul sein. Aber ich habe über den Vorfall auf Facebook, in der „Grenada Cruisers Information“ Gruppe, berichtet: https://www.facebook.com/groups/1428165970745389/permalink/2331771177051526/

Das löste tatsächlich einiges aus. Die MAYAG, die „Marine and Yachting Association of Grenada“, bat mich um Kopien der Belege. Und brachte den Fall bei der Aufsichtsbehörde zur Sprache. Dort – zu meinem Erstaunen – hatte man meinen Fall auf Facebook schon gelesen, stellt grade interne Untersuchungen zu dem Fall an. Und ruft andere Segler dazu auf, zu berichten falls sie ähnliche Erlebnisse hatten: https://www.facebook.com/groups/1428165970745389/permalink/2338920993003211/

Hut ab!

Weil ich dann heute, am 5. Mai, auf Union Island in St Vincent, ein ganz tolles Erlebnis der umgekehrten Art hatte, muss ich hier doch noch drüber berichten.

Also was war eigentlich passiert?
Details ergeben sich aus dem oben eingefügtem Link zu Facebook, aber hier nochmal und auf Deutsch: Wieder mal ein Fall von „Geld in die eigene Tasche sacken“. So ähnlich wie ich es schon auf San Lucia beim Ausklarieren in der Soufriere Bay hatte, als ich fürs Ausklarieren nochmals eine Fee berappen sollte. Nur etwas anders:

Unser Cruising permit für Grenada lief nach 1 Monat ab, und als guter Deutscher wollte ich selbiges vor Ablauf erneuern. So macht man das doch eigentlich:

Bevor die erteilte Erlaubnis abläuft, holt man sich die Verlängerung. Nicht hinterher!

Erst später erfuhr ich, dass man genau dieses „Hinterher“ auf Grenada eigentlich macht. Ich, wie gesagt, Deutscher und nach 12 Jahren Schweiz noch mehr in Bezug auf „Ordnung muss sein“ getrimmt, besuche aber pflichtgetreu die Einwanderungs- und Zollbehörde in der Tyrell Bay wenige Tage bevor unsere Erlaubnis abläuft. Und will verlängern. Kostet für ein Schiff unserer Länge und für 1 Monat laut Liste genau denselben Betrag, den ich beim Einklarieren für den 1. Monat bezahlt hatte: 75EC. Punkt. Dafür gibt’s eine offizielle Quittung. Die bekomme ich auch (ein Ausdruck auf offiziellem Papier). Aber dazu gibt’s noch einen kleinen, von Hand ausgefüllten gelben Zettel. Auf dem ebenfalls 75 EC Gebühr drauf stehen. Den bekam ich beim 1. Mal auch. Nur diesmal besteht der Beamte darauf, dass ich für JEDEN Zettel 75 EC zahlen soll. Also 2 x 75 = 150 EC. Dabei ist die Preisliste offiziell bekannt – und die sagt genau 75 EC aus. Mehr  kostet es allenfalls, wenn man das am Wochenende oder Feiertagen macht. Dann kommt in fast allen Ländern der Karibik eine „overtime“-Gebühr on top. Lag hier aber nicht vor, ich erschien an einem Mittwoch während der normalen Öffnungszeiten. Jedenfalls gab ich am Ende der Diskussion genervt auf und habe die zusätzlichen 75 EC (umgerechnet etwa 25 €uro oder 28 CHF) einfach bezahlt. Bringt mich nicht um, aber hat mich genervt. Habs deshalb auf Facebook zur Sprache gebracht.

Als ich am Freitag den 3.5.2019 tatsächlich ausklarierte – lustigerweise wieder in der Tyrell Bay – war bei der Behörde eine andere Mannschaft im Dienst. Es war offensichtlich, dass mein Fall den aktuell Diensthabenden bereits bekannt war. Zwar wurde mir offiziell nichts gesagt, aber die diversen freundlichen Hinweise und Rückfragen, die ich erhielt waren eindeutig.  Und klangen schon fast überdeutlich nach einer Entschuldigung für das Fehlverhalten ihres Kollegen. Verlief alles sehr freundlich – und als ich kund tat, im Herbst wieder zu kommen war man sehr überrascht. Dass ich „immer noch nach Grenada kommen will“ erfreute alle Diensthabenden und man hiess mich schon jetzt herzlich willkommen.

In Zukunft weiss ich: Auf Grenada niemals ein cruising permit vor Ablauf verlängern. Sondern einfach ablaufen lassen und dann beim Ausklarieren den (die) zusätzlichen Monate(e) zahlen.

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